Gut gedacht!

Was ist eigentlich Zeit? Was macht echte Freundschaft aus? Gibt es eine moralische Verpflichtung der Natur gegenüber? Diese und andere Fragen stellte der bundesweite Philosophie-Wettbewerb "Jugend denkt" der Stiftung Kulturregion Hannover 14- bis 20-jährigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen am Ende des letzten Schuljahres.

Unsere Schülerin Sophia Gerdes (ehemals Klasse 10d) hatte sich neben zwei weiteren Schülerinnen und Schülern des GSG im Juli 2011 im Rahmen ihres Philosophie-Kurses in Jahrgang 10 mit ihrem Essay „Sollte Neuro-Enhancement erlaubt sein?“ am Wettbewerb beteiligt. Am 24.11.2011 nahm sie nun in feierlichem Rahmen in Hannover den 2. Preis in der Altersgruppe 14-16 Jahre entgegen. Sie kann sich über Theater- und Konzertkarten sowie über die Teilnahme an einem durch Prof. D. Horster betreuten Philosophie-Wochenende in Norden freuen.

Da Sophia im Sommer ihren Wohnort gewechselt hat, ist sie im laufenden Schuljahr nicht mehr Schülerin des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums. Dennoch möchten wir ihr auf diese Weise herzlich zu diesem verdienten Erfolg gratulieren!

Das Foto der Preisträger wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der Stiftung Kulturregion Hannover; Fotograf Helge Krückeberg.

Blockseminar der Philosophie-AG vom 13. bis 15.01.2012 in Melle

Wie kommt es eigentlich, dass sich eine Ansammlung von Molekülen organischer Stoffe von anderen Molekülverbindungen abgrenzt und von sich behauptet, sie sei ein ICH? Wie kann man es erklären, dass ich mich mit dem Säugling auf dem Bild in meinem Fotoalbum identifiziere, obwohl in den letzten 17 Jahren sowohl die physikalische Struktur meines Körpers als auch meine mentale Befindlichkeit eine nicht unerhebliche Wandlung durchgemacht haben?

Fragen wie diesen stellten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am diesjährigen Blockseminar der Philosophie-AG des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums in Melle. Ein Wochenende lang von Freitag bis Sonntag Mittag wurde nachgedacht, diskutiert, präsentiert und philosophiert zu Fragen zur persönlichen Identität, mit denen sich wahrscheinlich jeder schon einmal beschäftigt hat.

Hierbei wurden Theorien und Ergebnisse der Philosophie, der Psychologie, der Neurowissenschaften, aber auch der Theologie ins Auge gefasst und einer kritischen Prüfung unterzogen. Die munteren Diskussionen mit regem Gedankenaustausch zogen sich teilweise bis in die frühen Morgenstunden hin. Natürlich kamen bei Selbstversorgung mit Nudeln Bolognese (oder in vegetaischer Variante) und eigenhändig belegter Pizza auch die Gaumenfreuden nicht zu kurz, denn ein leerer Magen philosophiert bekanntlich nicht gern. Mit neuen Denkanregungen, Eindrücken und Erkenntnissen konnten am Sonntag Mittag dann alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wohlbehalten nach Osnabrück zurückkehren.

Blockseminar der Philosophie-AG vom 09.-11.11.2012 in Melle

Trotz der starken Konkurrenz der zeitgleich von der Schülervertretung angebotenen Amsterdamfahrt konnte auch das diesjährige Blockseminar der Philosophie-AG des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums wieder eine Reihe von philosophisch interessierten Schülern vom 09. bis 11.11.2012 in die Jugendfreizeit- und Bildungsstätte Neuenkirchen in Melle locken. Unter dem Oberthema „Verantwortung übernehmen in der Welt von heute“ wurden auf hohem Reflexionsniveau und mit großem Engagement moralische Grundsätze und die ethische Fundierung des eigenen Handelns kontrovers diskutiert.

Nach grundsätzlichen Überlegungen im Zusammenhang mit dem am Freitagnachmittag durchgeführten Gefangenendilemma-Spiel, ob sich moralisches Handeln auch für grundsätzlich egoistisch orientierte Menschen lohnen kann, schloss sich an das gemeinsam zubereitete und eingenommene Abendessen die philosophische Reflexion der ethischen Implikationen des Films „Gattaca“ an. Bis in die frühen Morgenstunden diskutierten die engagierten GSG-Philosophen die Chancen und Gefahren von Designerbabys, pränataler Diagnostik und ähnlicher Errungenschaften der modernen Technologie.

Der Samstag stand ganz im Zeichen normativer philosophisch-ethischer Theorien. Sowohl die Grundzüge des Utilitarismus als auch des kategorischen Imperativs Kants wurden erarbeitet, präsentiert und anhand eines medizinethischen Planspiels sowie verschiedener alltagsrelevanter Entscheidungssituationen angewendet. Eine Reihe von Dilemmasituationen forderte zu besonders engagierten Diskussionen heraus. Der Abend klang erneut mit einer herausfordernden filmphilosophischen Auseinandersetzung aus.

Am Sonntagvormittag schloss die Veranstaltung mit einer Ergründung der persönlichen ethisch-philosophischen Einstellung unter Verwendung des Philomaten, eines „Apparats für weltanschauliche Diagnostik“ in Buchform, welcher durch gezielte Fragestellungen hilft, die eigenen Einstellungen verschiedenen philosophischen Denkrichtungen und Schulen zuzuordnen, und der obligatorischen Abschlussreflexion.

Bleibt zu erwähnen, dass das Wochenende allen Teilnehmenden gut gefallen hat und für das nächste Mal eine zahlenmäßig noch stärkere Beteiligung wünschenswert wäre.

Die Mühen haben sich schließlich gelohnt: Am 28.03.2014 bekamen vier Schülerinnen und Schüler der Philosophiekurse der Jahrgänge 11 (Q1) und 12 (Q2) durch Schulleiter Josef Krotzek eine wohlverdiente Urkunde des Fachverbandes Philosophie für die erfolgreiche Teilnahme am Bundeswettbewerb „philosophischer Essay 2013“ überreicht. Eine derartige Urkunde auf Landesebene ist überdurchschnittlich gelungenen Essays vorbehalten.

Paula Richter (Q1) durfte sich als Schulsiegerin über ein Buchpräsent freuen. Leonie Alefs und Victor Rolf (beide Q1) sowie Niklas Diekhoff und Tom Janßen (Q2) bekamen in einer Urkunde die Anerkennung des Vorsitzenden des Fachverbandes Philosophie in Niedersachsen, Till Warmbold, übermittelt. Gemeinsam mit ihren Philosophiekursen hatten sie sich im Dezember 2013 intensiv mit Themenstellungen wie etwa den Fragen nach der Beständigkeit des Daseins, nach der Sinnhaftigkeit demokratischer Mehrheitsentscheidungen oder dem moralischen Recht, über eigene Fähigkeiten alleine zu verfügen, beschäftigt und hierzu einen mehrseitigen philosophischen Essay verfasst.

Herr Krotzek zeigte sich erfreut über die erbrachten Leistungen und verwies auf die Bedeutung philosophischen Denkens für das Schulprofil des GSG. Er und Fachlehrer Markus Steiger gratulierten allen sehr herzlich zu den errungenen Erfolgen.

Am 16.06.2014 bot sich interessierten Philosophie-Schülerinnen und Schülern des GSG die Möglichkeit, an Veranstaltungen des Schnupperstudiums "Cognitive Science" teilzunehmen. Der Studiengang der Universität Osnabrück hat eine in Deutschland einmalige Struktur und beschäftigt sich aus interdisziplinärer Sicht mit dem Phänomen der Kognition, also grob gesagt mit den Prozessen, die mit Wahrnehmung und Erkennen zusammenhängen. Neben der Philosophie des Geistes sind u.a. die Fächer Künstliche Intelligenz, Informatik, Kognitionspsychologie, Mathematik und Linguistik beteiligt.

Neben einer allgemeinen Einführung in den Studiengang hatten die GSG-Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, an den auf Englisch gehaltenen Vorlesungen "Artificial Intelligence" und "Action and Cognition" teilzunehmen - insgesamt ein spannender Einblick in die universitäre Welt!

Ein von Terroristen gekaperter Jet mit über 160 Passagieren droht auf ein mit 70.000 Menschen besetztes Stadion zu stürzen. Durfte ein Kampfpilot dieses Flugzeug abschießen um möglichen größeren Schaden zu verhindern? – Um diese Frage drehte sich der Besuch einer Aufführung von Ferdinand von Schirachs Stück Terror des Prüfungskurses Philosophie im Dezember 2017 im Osnabrücker Stadttheater.